Die Geschichte der Automobilausstellung

Der Wartburg-Pavillon


Der Ausstellungspavillon in der Wartburgalle in Eisenach 1967

1966 Leipziger Herbstmesse:Die Präsentation des Wartburg 312 als "Zwischentyp" mit alter Karosse und neuem Fahrwerk ist für die meisten ausländischen Vertreter eine Enttäuschung, hatte man doch den angekündigten neuen Wartburg erwartet. Auch gibt es keinen Hinweis, auf das 70 jährige Gründungsjubiläum der Automobilfabrik. Noch auf der Messe diskutierte man, wie man dies nutzen konnte für eine in Eisenach schon länger gewünschte ständige Automobilausstellung historischer Fahrzeuge aus hiesiger Produktion. Zusätzlich sollten diese repräsentativen Räumlichkeiten auch für Beratungen sowie für Verhandlungen mit ausländischen Generalvertretern genutzt werden. So wird die Beauftragung für den Bau einer modernen, zeitgemäßen Ausstellungshalle in Eisenach beschlossen.

1967 Leipziger Frühjahrsmesse: - erstmalige öffentliche Präsentation des Wartburg Motorwagen 1898. (Foto unten) Dieser fand auf dem Eisenacher Messestand eine übergroße Resonanz und stahl den neu präsentierten Wartburg 353 fast die Show. Präsentatation auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1967
Damit wurde der Druck erhöht die Finanzen und Materialkontigente bereitzustellen, um die politische Gunst des Jahres 1967 mit den Jubiläen 900 Jahre Wartburg und 450 Jahre Reformation zu nutzen und in Eisenach noch im selben Jahr eine Einrichtung zur Würdigung der "Traditionsreichen Eisenacher Arbeiterbewegung" entstehen zu lassen. Nachdem ein Grundstück in der Wartburgallee gefunden war, ging es dann ganz schnell.

27.10.1967: Eröffnung als "Wartburgpavillon" durch den Betriebsdirektor Wilhelm Hellbach mit viel öffentlicher und politischer Prominenz.
Der neu errichtete Ausstellungspavillon war neben dem Verkehrsmuseum Dresden die einzige Präsentation historischer Fahrzeuge in der DDR und hatte daher von Anbeginn eine hohe Besucherresonanz mit ca. 100.000 Gästen im Jahr.

11.04.1977: nach nicht einmal 10 Jahren Betrieb: Begrüßung der 1 Millionsten Besucherin Frau Vera Salova - eine Arbeiterin in einer sowjetischen Schuhfabrik, die mit einer Reisegruppe in Eisenach weilte.

April 1991: Nach der Produktionseinstellung und dem endgültigen Aus des Eisenacher Automobilwerks stand auch die Zukunft der Automobilausstellung mit allen Fahrzeugen und dem Gebäude zur Disposition. Für das Grundstück des Pavillons in der Südstadt von Eisenach wurden sehr schnell Eigentumsansprüche der ehemaligen Besitzer angemeldet.

3.07.1992: Gründung des Vereins "Automobilbaumuseum Eisenach e.V." mit dem Ziel: Rettung der Fahrzeugausstellung vor der drohenden Liquidation und Sicherung der Fahrzeuge für ein Museum in Eisenach. Die Stadt Eisenach war von der Gründung an Mitglied im Verein und stellte mit dem Bürgermeister auch den Vorsitzenden.
Die Sicherung der Ausstellungsfahrzeuge vor einem Verkauf und deren letztendliche Übertragung an die Stadt Eisenach durch den Liquidator der Treuhand gestalteten sich langwierig und zeitlich sehr aufwendig.

Frühjahr 1994: Auszug aus dem Pavillon, da einen Investorengruppe aus Speyer in Rheinland-Pfalz einen Hotelneubau mit einem Parkhaus am Standort plante.

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Automobilausstellung als Museum in der Sparkasse

Gebäude der Wartburg-Sparkasse an der Rennbahn
Sparkassengebäude an der Rennbahn in Eisenach mit Blick auf das historische Haupttor des Automobilwerkes


Sommer 1994: Nach umfangreichen Interventionen des Vereins "Automobilbaumuseum Eisenach e.V." bekannte sich die Stadt Eisenach zu ihrer traditionsreichen Technikgeschichte und trat als künftiger Träger des Automobilbaumuseums Eisenach auf. Die Wartburg-Sparkasse Eisenach stellte eine geeignete Räumlichkeit in der neuen Zweigstelle an der Rennbahn in unmittelbarer Nachbarschaft des Geländes des ehemaligen Automobilwerks Eisenach kostengünstig zur Verfügung.

29.10.1994: Eröffnung des Automobilbaumuseums Eisenach im Sparkassengebäude an der Rennbahn. Dies war nur möglich, da der Verein "Automobilbaumuseum Eisenach e.V." die Kosten für das Inventar übernahm. Die Stadt Eisenach trägt fortan alle laufenden Betriebs- und Personalkosten.
Alle beteiligten waren sich vom Anfang an einig, dass die nur eine befristete Übergangslösung sein sollte, da in den einschränkten Räumlichkeiten nur 9 Fahrzeuge präsentiert werden konnten.

1996 - 1997: Nach umfangreicher Konzeptdiskussion unter Einbeziehung des Kuratoriums des Vereins "Automobilbaumuseum Eisenach e.V." und externen Experten wurde die Entscheidung gefällt, dass es das langfristige Ziel der Stadt Eisenach ist wieder eine repräsentative Fahrzeugausstellung in einer historischen Kulisse am Standort des alten Automobilwerks zu schaffen.

16.10.1997: Der Stadtrat der Stadt Eisenach beschließt den Ankauf des historischen Produktions- und Verwaltungsgebäudes O2 von der Treuhand für eine Automobilausstellung.

15. November 1997: Mit Herrn Geerlings aus Wuppertal wird der 50.000 Besucher in der Fahrzeugausstellung im Sparkassengebäude begrüßt.

1. Dezember 1997: Das Kuratorium des Vereins "Automobilbaumuseum Eisenach e.V." lobt über die Medien einen öffentlichen Wettbewerb zur Namensfindung der neuen Automobilausstellungshalle aus. Es gehen insgesamt 113 verschiene Vorschläge ein.

24.04.1998: Der Stadtrat der Stadt Eisenach beschließt als Namen der künftigen Ausstellung: "Automobile Welt Eisenach - AWE"

30.10.1998 - Festgala 100 Jahre Automobilbau Eisenach (Peter Escher, mdr; Ute Lieske Vorsitzende AME e.V.und Kulturdezernentin der Stadt; Matthias Doht, Kuratoriumsvorsitzender AME e.V.  v.l.n.r.)30.10.1998: Festgala "100 Jahre Automobilbau in Eisenach" im Gebäude O2 mit mdr-Moderator Peter Escher. Mit dieser ersten Veranstaltung in diesem Gebäude und der öffentlichen Namensbekanntgabe als "Automobile Welt Eisenach" soll die Perspektive der zukünftigen Ausstellung öffentlich dokumentiert werden.

2.Mai 2005: Schließung der Fahrzeugausstellung im Sparkassengebäude Rennbahn und Umzug in das neue Automobilmuseum "automobile welt eisenach" im Gebäude O 2
Damit endete nach 10 Jahren die einst als Provisorium geplante Übergangslösung.

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Als "automobile welt eisenach" im Gebäude O 2

Neuer Schrifzug der Stiftung an der Eingangstür
Das Museum "automobile welt eisenach" im historischen, 1935 vom BMW errichteten, Produktions-und Verwaltungsgebäude (Foto 2006)


2003-2005: Erarbeitung der ersten Ausstellungskonzeption in Federführung der Stadt Eisenach, die nun in die volle Verantwortung eingetreten ist. Bei der Konzeption und Gestaltung waren neben dem Verein "Automobilbaumuseum Eisenach e.V." auch externe Wissenschaftler und Gestalter eingebunden.

4.06.2005: Eröffnung des Museums "automobilen welt eisenach" mit einem ausgestalteten Ausstellungsraum und einem begehbaren Depot im Erdgeschoss.
Die Besucherresonanz hat sich seit dem auf ca. 30.000 Gäste im Jahr eingepegelt.

4.06.2009: Anerkennung der neu gegründeteten Stiftung Automobile Welt Eisenach durch das Innenministerium des Freistaats Thüringen mit dem Ziel das Automobilbaumuseum zu unterstützen, zu erweitern und in die Trägerschaft zu übernehmen.

1.04.2014 Übernahme des Museums "automobile welt eisenach" von der Stadt in die Trägerschaft der Stiftung Automobile Welt Eisenach.

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