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Fr 21.03.2014 11:03

Eisenach klagt auf Herausgabe des Rallye-Wartburgs

Der gestohlene Rallye-Wartburg. Foto: WartburgfahrerclubEisenach. Die Stadt Eisenach klagt auf die unverzügliche Herausgabe des Wartburg 353 WR, der 1996 aus dem Ausstellungspavillon in der Wartburgallee gestohlen wurde. 18 Jahre nach dem Diebstahl strengt die Stadt nun doch einen Zivilprozess an. Die Stiftung betont den Status des Autos als Kulturgut.

In wenigen Tagen erreicht das Amtsgericht in Grevesmühlen (Nordwest-Mecklenburg) eine sogenannte Herausgabeklage der Stadtverwaltung Eisenach, hieß es jetzt auf Nachfrage aus der Pressestelle. Bauamtsleiter Arno Minas, derzeit für Justizfragen zuständig, habe die Klageschrift in den vergangenen Wochen vorbereitet.
Zum Wartburgfahrer-Treffen "Heimweh" war der Wartburg 353 WR vergangenes Jahr plötzlich wieder aufgetaucht. Tobias Voigt und Sebastian Langlotz entdeckten es dort und waren sich ihrer Sache sofort sicher (TA berichtete). Alle Gesprächsversuche mit dem derzeitigen Besitzer, einem 44-Jährigen aus dem Kreis Nordwest-Mecklenburg, schlugen aber fehl.
Daran habe sich bis heute nichts geändert, sagte Enrico Martin vom Wartburgfahrerclub, der sich als einer der Ersten um den Kontakt bemühte. Gemeinsam mit Matthias Doht von der AWE-Stiftung und weiteren Enthusiasten der Eisenacher Automobilgeschichte laufen seither die Bemühungen um die Rückführung des Museumsstücks nach Eisenach.
"Wir sind froh, dass die Stadt tätig wird und hoffen auf einen Erfolg der Klage", sagte Matthias Doht. Gleichzeitig sei es sehr belastend, den Streit auf einer solchen Ebene austragen zu müssen, sagte der Stiftungsvorsitzende. Der 44-Jährige Mecklenburger gilt in der Szene als ausgewiesener Wartburg-Fan und war bis dahin gern gesehener Gast in Eisenach.

Ergebnisse wohl nicht vor Herbst dieses Jahres

Wie der Mann zu dem Fahrzeug kam und ob er um dessen Brisanz wusste, ermitteln Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft in Schwerin. In dem dort laufenden Verfahren wegen des Verdachts auf Hehlerei gebe es aber noch keine Ergebnisse. Derzeit werde dem Verteidiger des Beschuldigten Gehör erteilt, informierte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Ein Ergebnis des Zivilprozesses wird nicht vor dem Herbst erwartet, sagt die Stadtverwaltung. Unter Umständen sei ein Gutachten nötig. "Davor haben wir keine Angst. Wir sind uns sicher, dass es das Auto ist", bekräftigte Matthias Doht.
Dass es so lange dauert, sei eine Zumutung. Für Eisenach sei der Wartburg ein Kulturgut. Es sei eigens für das Museum gebaut worden und somit ein Stück Zeitgeschichte, so Doht.
Im neuen Ausstellungskonzeptes des AWE (Autombile Welt Eisenach) habe der Wartburg einen festen Platz.

Sascha Willms / 21.03.14 / TA

(Dieser Artikel ist der Lokalausgabe der "Thüringer Allgemeine" vom 21.04.14 übernommen.)
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