Aktuelles

Do 06.12.2018 10:32

Kartenspiel mit Eisenacher Autos

Heiko Lantzsch und Matthias DohtAb sofort gibt es im Museumsshop ein Quartettspiel mit 36 Motiven von Fahrzeugen der Eisenacher Automobilbaugeschichte zu kaufen. Die Idee dazu hatte der Eisenacher Dixi- und Wartburg-Freund Heiko Lantzsch, als bei einem Urlaubsaufenthalt seine Kinder immer nur ins Smartphone schauten. Auf einem Flughafen gab es ein Autoquartettspeil zu kaufen und fortan waren die Kids begeistert, weil sie so etwas schon nicht kannten und legten die Smartphones weg und spielten den restlichen Urlaub Karten.
Heiko Lantzsch hat dann 36 Motive gesucht, die Daten abgeglichen und viele Automobilfreunde überzeugt ihre Fahrzeuge zum Fotografieren aus der Garage zu holen. Dabei investierte er nicht nur viel freie Zeit in das Projekt, sondern finanzierte auch die gesamte Produktion zugunsten der Stiftung Automobile Welt Eisenach, die den gesamten Verkaufserlös zur freien Verfügung als Spende erhält.
Bei der Übergabe der ersten Quartettspiele an das Automobilmuseum, die standesgemäß in einem Dixi-Lieferwagen angebracht worden, bedankte sich Stiftungsgeschäftsführer Matthias Doht herzlich bei Heiko Lantzsch für das gelungen Projekt und seine Arbeit. Das Kartenquarltett ist ab sofort im Automobilmuseum zum Preis von 4,99 € zu erhalten.

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Mo 26.11.2018 21:29

Wolfram Böhnhardt mit Ehrenamtspreis der Stadt Eisenach ausgezeichnet

OB Katja Wolf und Wolfram Böhnhardt bei der AuszeichnungAm letzten Freitag, den 23. November 2018, erhielt Wolfram Böhnhardt im Rathaus der Stadt von der Oberbürgermeisterin Katja Wolf die Erinnerungsmedaille zum Ehrenamtspreis der Stadt Eisenach.
Damit wurde seine langjährige Arbeit als Vorsitzender des Vereins Automobilbau-Museum Eisenach e.V. und seine unermüdliche Tätigkeit für das Automobilmuseum als Stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Automobile Welt durch die Stadt Eisenach gewürdigt.

Seit dem Wolfram Böhnhardt im Jahr 2012 endgültig die Leitung des Vereins übernommen hat, kümmerte er sich zielgerichtet um die Erhaltung und Sanierung der Ostkantine als Baudenkmal und Vereinsdomizil. Er organisierte weitere Arbeitseinsätze, kümmerte sich um Fördermittel und leistete selber unendliche ehrenamtliche Arbeit und finanzierte auch persönlich viele Materialen. Die großen baulichen Fortschritte in seiner Amtszeit motivierten viele Mitglieder des Vereins zu unzähligen Arbeitseinsätzen und die Mitgliederzahl konnte in den letzten Jahren stabilisiert und schrittweise zu erhöhen werden.
Seit 2014 ist Wolfram Böhnhardt auch Stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Automobile Welt Eisenach. Seit dieser Zeit brachte er sich vollinhaltlich in die Stiftung ein und seine Tätigkeit sah er von Anfang an in der engen Vernetzung zwischen Verein Automobilbau-Museum Eisenach e.V. und der Stiftung Automobile Welt Eisenach.
Sein größtes Projekt war aber seine Initiative zur Errichtung einer historischen Dixi-Werkstatt aus den 1920er Jahren im Automobilmuseum. Wolfram Böhnhardt stellte zunächst einen Plan auf und untersetzte mit einem räumlichen, organisatorischen und logistischen Konzept. Mit Detailtreue und Perfektion wurde mit der Errichtung einer historischen Dixi-Werkstatt, einschließlich einer Stellmacherei, ein einmaliges Denkmal der Industriekultur in Eisenach geschaffen. Dies war das größte, umfangreichste und arbeitsintensivste Projekt des Vereins Automobilbau-Museum Eisenach e.V.in seiner bisherigen Vereinsgeschichte. In neunmonatiger Arbeit wurde ohne jegliche Fördermittel, nur aus ehrenamtlicher Eigenleistung im Automobilmuseum ein Ausstellungsprojekt geschaffen, das über Firmen nicht finanzierbar gewesen wäre. Dazu wurden von den durch Wolfram Böhnhardt motivierten Vereinsmitgliedern ca. 2.500 Stunden ehrenamtliche Arbeit investiert, von denen allein Wolfram Böhnhardt ca. 1.000 Stunden selber geleistet hat und fast täglich im Automobilmuseum anzutreffen war. Das ist umso mehr anzuerkennen, da er als selbstständiger Handwerker einen Ein-Mann-Betrieb führt und jede Stunde ehrenamtlicher Arbeit im Museum ihm auch in seiner Firma fehlte.
Das nur durch seine Initiative entstandene Projekt verkörpert heute ein einmaliges Zeugnis der Industrialisierung in Thüringen beim Übergang von handwerklichen zu industriellen Fertigungsmethoden und stellt ein Alleistellungsmerkmal des Museums dar.

Wolfram Böhnhardt bedankte sich im Rathaus bei allen Vereinsmitgliedern für die Unterstützung und Mithilfe und dankte besonders auch seiner Frau Anke.

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So 25.11.2018 12:02

Dipl.-Ing. (FH) Rainer Schönewald 80 Jahre alt

v.l.n.r.: Wolfram Böhnhardt, Rainer Schönewald, Matthias DohtRainer Schönewald, der langjährige Leiter der Eisenacher Getriebekonstruktion feierte in der letzten Woche im Kreise seiner großen Familie seinen 80. Geburtstag. Beim Überbringen der Glückwünsche des Automobil-Museums-Vereins und der Stiftung Automobile Welt Eisenach durch Wolfram Böhnhardt und Matthias Doht, freute sich der briefmarkenbegeisterte Jubilar besonders über einen Ersttagsbrief mit einer seltenen Auto-Briefmarke aus Lettland.

Rainer Schönewald wurde am 21. November 1938 in Eisenach geboren und war sein ganzes Leben lang eng mit dem Eisenacher Automobilbau verbunden. Er lernte in der damaligen IFA-Automobilfabrik EMW den Beruf des Kraftfahrzeugschlossers und wurde nach vorfristigem Abschluss gleich vom Betrieb zum Studium an die damalige Ingenieurschule Zwickau delegiert. Von dort kehrte er bereits 1958 als frischgebackener Ingenieur nach Eisenach zurück und stand von da an ununterbrochen an den Reißbrettern der Eisenacher Entwicklungsabteilung. Während seine ersten Arbeiten noch dem legendären Vierzylinder-Viertakt-Boxer-Motor galten, wechselte er nach dem Abbruch dieser erfolgversprechenden Motorenkonstruktion in die Getriebegruppe der Abteilung Forschung- und Entwicklung. Dort war er aktiv an der Entwicklung der Getriebe mit Sperrsynchronisierung für den Wartburg 311, 312 und der Neukonstruktion des 353-Wartburg-Getriebes beteiligt und übernahm ab 1970 die Leitung der Getriebekonstruktion im Automobilwerk Eisenach.

Unter seiner Federführung wurden im damaligen RGW-Projekt für das Gemeinschaftsauto mit Skoda drei verschiedene Getriebe für Front- und Hinterradantrieb, sowie für Längs- und Quereinbau des Motors konstruiert. Als ein Höhepunkt seiner Entwicklungen bezeichnet Rainer Schönewald heute immer noch das unter seiner Leitung zusammen mit dem WTZ Karl-Marx-Stadt entwickelte dreistufige Automatikgetriebe, das leider auch nie im Wartburg zum Einsatz kam. Kreative Lösungen, wie eine Freilaufsperre im Differenzial für die Rallyewagen der betriebseigenen Motorsportabteilung oder die Entwicklungen eines 6- und 8-Gang-Getriebes zeugten von seinen weitreichenden Erfahrungen, die auch nach der Liquidation des Automobilwerks gefragt waren. So wurden Rainer Schönewald und seine Mitarbeiter schon 1991 von der Firma EDAG übernommen. Dort konstruierte er im Auftrag von Opel das Allrad-Getriebe des Opel-Vectra und das Easytronic-Getriebe, das Mitte der 1990er Jahre im Opel-Astra zum Einsatz kam, bevor Rainer Schönewald gesundheitsbedingt 1997 aus dem aktiven Berufsleben ausscheiden musste.

Heute widmet er sich mit der ihm eigenen Akribie und Sorgfalt seinem Hobby, dem Briefmarkensammeln und dabei speziell von Marken mit Automotiven weltweit. Aktiv ist er aber nicht nur in der Motivgruppe der Philatelisten, sondern bis heute beteiligt er sich auch aktiv im Verein Automobilbau-Museum Eisenach e.V., so dass ihn der Automobilbau bis heute nicht losgelassen hat.

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Fr 23.11.2018 11:02

Vortrag zum Reichsautobahnbau in Thüringen

Dr. Kurze beim Vortrag im Ehrhardt-SaalNichts hat das Leben der Menschen und die Welt in den letzten 120 Jahren so verändert, wie die Mobilisierung durch den Entwicklung des Automobils. Der Bau von Straßen, Schnellstraßen und Fernstraßen war eine Voraussetzung für die Entwicklung der Industrie und Wirtschaft.
Eine besondere Bedeutung hat dafür in Deutschland der Bau der Reichsautobahn in den 1930er Jahren. Im Rahmen der zeithistorischen Vortragsreihen hatte dazu die Stiftung Automobile Welt Eisenach erneut den Architektur- und Verkehrshistoriker Dr.-Ing. Bertram Kurze am 22. November 2018 nach Eisenach eingeladen. So knüpfte Dr. Kurze an seinem Vortrag aus dem letzten Jahr an, und ging diesmal besonders auf den regionalen Bezug des Autobahnbaus in Thüringen und der Region Eisenach ein. Mit vielfältigen Bilden, Zeichnungen und Plänen stellte er dabei im vollbesetzten Ehrhardt-Saal des Automobilmuseums die Methoden der Bauausführung, technische Details und die schon damals weitreichende Pläne an den noch vorhanden Baulichkeiten der Region dar. Besonders interessant war, dass schon damals die Einfügung in die Landschaft, die Begrünung und Blickbeziehungen eine große Rolle spielten. Ebenso stellte Dr. Kurze heraus, dass die Urheberschaft nicht im NS-Regime lag und die Autobahnen, entgegen einigen legenden, keine militärische Bedeutung hatten. Der Bau der Reichautobahn war ein wichtiger Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung und die weitreichenden detaillierten Planungen waren hochwertiger, als die heutigen Zweckbauten der Verkehrsinfrastruktur.
Die Fülle der Informationen und die regionalen Details des Vortrags waren so interessant, dass die Besucher gespannt den 2 stündigen Vortrag aufmerksam folgten ohne zu merken, dass der Zeitrahmen weit überschritten wurde.

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Di 20.11.2018 09:17

Leipziger Dauerausstellung mit Eisenacher Bezug

Seit Anfang November ist im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig die neue Dauerausstellung "Unsere Geschichte. Diktatur und Demokratie nach 1945" zu sehen.
In einer professionell gestalteten Ausstellung mit ca. 2000 aussagekräftigen dreidimensionalen Objekten, Fotos, Dokumenten und audiovisuellen Medien wird die Geschichte nach 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR dargestellt. Nach den schwierigen Anfängen nach der deutschen Teilung werden auch die Aufbaujahre und das Leben und der Alltag in der DDR gezeigt. So findet sich dort ein wunderschöner Eisenacher Wartburg 311 der in den 1960er Jahre ein Traumwagen mit Wartezeiten für die DDR-Bürger war, aber bereits in arabischen Ländern im Schaufenster stand.
Das Leben in der DDR ist im allmählichen wirtschaftlichen Niedergang, Diktatur und staatlicher Überwachung anschaulich und realistisch dargestellt, das schließlich in Opposition und Widerstand in der friedlichen Revolution endet. Nach der deutschen Widervereinigung und tiefgreifenden Zäsur in der DDR-Volkswirtschaft spielt auch die Schließung des Automobilwerks Eisenach eine Beispielrolle. Auf einem großformatigen Foto ist die Demonstration gegen die Treuhandentscheidung vor dem Eisenacher Bahnhof ebenso zu sehen, wie die Trauerschleifen der letzten produzierten Wartburg 1.3 oder die vergeblichen Aufrufe der IG Metall gegen die Betriebsschließung.
Die Ausstellung geht aber auch weiter und zeigt die folgenden nahezu 30 Jahre bis heute. Dabei werden die Erfolge und Schwierigkeiten des Zusammenwachsens, ebenso aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt, wie die globalen Verflechtungen, Terrorismusbedrohung oder auch die Flüchtlingskrise.
In jedem Fall ist die Geschichtsausstellung, die von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland finanziert wird, ein sehenswerter Einblick in die Vergangenheit und das heute und die Eisenacher Leihgaben des Allgemeine Wartburgfahrerclubs und Unterlagen der Stiftung Automobile Welt Eisenach sind dort gut aufgehoben. Der Eintritt in das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig ist kostenfrei.

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