Aktuelles

Di 20.11.2018 09:17

Leipziger Dauerausstellung mit Eisenacher Bezug

Seit Anfang November ist Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig die neue Dauerausstellung "Unsere Geschichte. Diktatur und Demokratie nach 1945" zu sehen.
In einer professionell gestalteten Ausstellung mit ca. 2000 aussagekräftigen dreidimensionalen Objekten, Fotos, Dokumenten und audiovisuellen Medien wird die Geschichte nach 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR dargestellt. Nach den schwierigen Anfängen nach der deutschen Teilung werden auch die Aufbaujahre und das Leben und der Alltag in der DDR gezeigt. So findet sich dort ein wunderschöner Eisenacher Wartburg 311 der in den 1960er Jahre ein Traumwagen mit Wartezeiten für die DDR-Bürger war, aber bereits in arabischen Ländern im Schaufenster stand.
Das Leben in der DDR ist im allmählichen wirtschaftlichen Niedergang, Diktatur und staatlicher Überwachung anschaulich und realistisch dargestellt, das schließlich in Opposition und Widerstand in der friedlichen Revolution endet. Nach der deutschen Widervereinigung und tiefgreifenden Zäsur in der DDR-Volkswirtschaft spielt auch die Schließung des Automobilwerks Eisenach eine Beispielrolle. Auf einem großformatigen Foto ist die Demonstration gegen die Treuhandentscheidung vor dem Eisenacher Bahnhof ebenso zu sehen, wie die Trauerschleifen der letzten produzierten Wartburg 1.3 oder die vergeblichen Aufrufe der IG Metall gegen die Betriebsschließung.
Die Ausstellung geht aber auch weiter und zeigt die folgenden nahezu 30 Jahre bis heute. Dabei werden die Erfolge und Schwierigkeiten des Zusammenwachsens, ebenso aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt, wie die globalen Verflechtungen, Terrorismusbedrohung oder auch die Flüchtlingskrise.
In jedem Fall ist die Geschichtsausstellung, die von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland finanziert wird, ein sehenswerter Einblick in die Vergangenheit und das heute und die Eisenacher Leihgaben des Allgemeine Wartburgfahrerclubs und Unterlagen der Stiftung Automobile Welt Eisenach sind dort gut aufgehoben. Der Eintritt in das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig ist kostenfrei.

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Mi 14.11.2018 18:08

Dixi-Limousine als Dauerleihgabe nun im Automobilmuseum

v.l.n.r.: Joachim Thurau, Richard Hübner, Matthias Doht, Wolfram BöhnhardtDas Automobilmuseum erhielt jetzt von Richard Hübner, dem Geschäftsführer der REBO Lighting & Electronics GmbH eine 90 Jahre alte Dixi-Limousine als kostenlose Dauerleihgabe. Das Automobil aus dem Jahr 1928 ist mit dieser festen Kombi-Karosse eine echte Rarität, denn zur damaligen Zeit wurden fast ausschließlich offene Dixi-Wagen als Tourer und Phaeton in Eisenach gefertigt. Der anwesende Eisenacher Dixi-Kenner Joachim Thurau kennt dazu noch die Vorgeschichte des kleinen Wagens. Er gehörte einst Klaus-Jürgen Mertink der in der DDR als der Dixi-Kenner bekannt war und sich in der zentralen Kommission des Kfz-Veteranensports im ADMV sehr für den Erhalt der Eisenacher Fahrzeuge engagierte. Gemeinsam unternahmen die Dixi-Freunde einst mit den kleinen Fahrzeugen Ausflüge in die Tschechoslowakei, nach Ungarn und Polen, natürlich alles auf eigener Achse. Nach dem Tod des Vorbesitzers kam dann der Dixi DA 1 im Jahr 2003 in das Foyer der ehemalige FER GmbH nach Stockhausen, die 2017 von der chinesischen REBO-Group übernommen wurde. Der neue Geschäftsführer Richard Hübner kam gleich auf das Automobilmuseum zu, mit dem Angebot den Dixi hier auszustellen, damit "ein größerer Besucherkreis das kleine Eisenacher Gefährt bestaunen kann".

Die Abholung und der Transport vom Firmen-Foyer nach Eisenach gestaltete sich etwas aufwendiger, weil nicht nur viele Treppen zu überwinden waren, sondern auch noch die Haupteingangstür ausgehängt werden musste. Mit dem tatkräftigen Zugriff der Mitglieder des Vereins Automobilbau-Museums war das alles kein Problem und der Dixi wurde über mehrere Rampen sicher auf den Anhänger zum Firmenparkplatz transportiert.
Bevor aber nun die kleine Dixi-Limousine ins Museum kam, wurde sie noch fachgerecht im Vereinsdomizil Ostkantine instand gesetzt. Dort steht nun der Dixi DA 1mit Stoffdach, der für die Limousine seinen Platz im Museum räumen musste. Wolfram Böhnhardt als Vereinsvorsitzender verrät, dass dieses Fahrzeug nun wieder zum Fahren erweckt werden soll, nachdem es 51 Jahre im Automobilmuseum gestanden hat.
Museumsleiter Matthias Doht freut sich, dass der neue chinesische Investor sich zum Standort Eisenach bekennt und lobt die Zusammenarbeit, die nächstes Jahr zu einer neuen Ausstellung über die Geschichte der Fahrzeugelektrik-Zulieferindustrie im Museum führen soll. Die REBO GmbH hat schon heute ihre finanzielle Unterstützung zugesagt.

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Fr 02.11.2018 18:08

Wartburg-Sparkasse unterstützt weiter den Ausbau der Automobilausstellung

v.l.n.r.:Wolfram Böhnhardt, Thomas Pfeil, OB Katja Wolf, Matthias Doht, Tino RichterIm Museum automobile welt eisenach konnte jetzt das letzte Ausstellungselement im Ausstellungsmodul "IFA-Zeit von 1952 bis 1965" fertiggestellt werden. Dieses Ausstellungselement in der chronologischen Darstellung der Fahrzeuggeschichte im Raum A wurde durch eine Spende der Wartburg-Sparkasse in Höhe von 3000 Euro finanziert. Damit setzt die Wartburg-Sparkasse als Gründungsstifter den Weg der kontinuierlichen Unterstützung des Automobilmuseums fort. Vorstandsvorsitzender Tino Richter freute sich, dass mit dem Beitrag der Wartburg-Sparkasse ein weiteres Stück Zeitgeschichte abgerundet werden konnte.
Das letzte Ausstellungselement zeigt den Wartburg 311 Camping, der 1957 in Eisenach präsentiert wurde. Dieser Wagentyp war in seiner Zeit wegweisend, denn er verkörperte im Gegensatz zu den bis dahin üblichen Kombifahrzeugen, die erste fünftürige Freizeitlimousine, die besonders zum Übernachten von zwei erwachsenen Personen geeignet war. Campingurlaub war in der DDR eine der letzten kleinen Freiheiten der individuellen Urlaubsgestaltung, fernab von den organisierten und knappen Gewerkschaftsferienplätzen.
Oberbürgermeisterin Katja Wolf würdigte die runde Präsentation des Autos in der Zeitgeschichte und berichtete über eigene Campingerlebnisse in dieser Zeit.
Mit dem schrittweisen Ausbau und der kontinuierlichen Umsetzung des Museumskonzepts bietet somit das Automobilmuseum immer wieder neue Ergänzungen, die zum erneuten Besuch einladen.

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Mo 29.10.2018 13:37

Einladung zum Vortrag über den Reichsautobahnbau in Thüringen

In Fortsetzung der zeithistorischen Vortragsreihen lädt die Stiftung Automobile Welt Eisenach zu einem Vortrag zum Thema "Reichsautobahn in Thüringen" am Donnerstag, den 22.November 2018 um 19.00 Uhr in den Ehrhardt-Saal in das Automobilmuseum ein.
Als Referent wird der Architektur- und Verkehrshistoriker Dr.-Ing. Bertram Kurze an seinem Vortrag aus dem vergangenen Jahr anknüpfen und neue Forschungsergebnisse und Erkenntnisse präsentieren.
Das Buch von Dr. Kurze "Reichsautobahn in Mitteldeutschland", in dem erstmalig die Geschichte der Reichautobahn historisch und wissenschaftlich aufgearbeitet wurde, ist kann am Rande des Vortrags käuflich erworben werden.
Der Eintritt zum Vortrag beträgt 3,00 €.
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Fr 26.10.2018 14:45

Vortrag 90 Jahre BMW in Eisenach im Automobilmuseum

Immer wieder sind Besucher des Automobilmuseums Eisenach erstaunt zu hören, dass alle BMW Automobile von 1928 bis 1945 in Eisenach gebaut wurden. Denn mit dem Erwerb der Fahrzeugfabrik Eisenach durch die BMW AG am 14.11.1928 begann der Einstieg von BMW in den Automobilbau. In diesen Tagen jährt sich dieses Ereignis das 90. mal. Das war Anlass für die Stiftung Automobile Welt Eisenach, im Rahmen der zeithistorischen Vortragsreihen, auf die lange und fassentenreiche Geschichte des BMW Automobilbaus aufmerksam zu machen, der hier in dieser Stadt begann.
Dazu wurde als sachkundiger Referent der Historiker Fred Jakobs, Leiter des Archivs der BMW Group, gewonnen. Im vollbesetzten Ehrhardt-Saal des Automobilmuseums spannte Jakobs in seinem Vortrag am 25.10.2018 dabei den zeitgeschichtlichen Bogen von der Gründung der BMW AG in München als Flugmotorenbauer über die Motorradfertigung bis hin zum Automobilbau, in dem sich heute BMW als Global Player präsentiert. Die Eisenacher Zeit gilt mit dem Aufkauf der damals bereits seit 30 Jahren bestehenden Fahrzeugfabrik als die Keimzelle des BMW Automobilbaus. Vor allem durch die rasanten Erfolge im Motorsport profilierte sich BMW sehr rasch mit seinen Sechszylinder-Wagen auf dem deutschen und europäischen Automarkt.
Fred Jakobs ging in seinen Ausführungen nicht nur auf die glänzenden Seiten der Geschichte ein. Er stellte unter anderem bewusst die Schattenseiten der Rüstungsproduktion von Flugmotoren im Dritten Reich mit Zwangsarbeit und Arbeitslagern dar. Die Geschichte von BMW in Eisenach wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch die sowjetische Besatzung unterbrochen. BMW ließ 1949 die Zweigniederlassung in Eisenach offiziell im Handelsregister löschen, auch wenn unter der Leitung von Awtowelo noch bis 1952 BMW Automobile das Eisenacher Werktor verließen.
Erst 1992 kehrte BMW wieder nach Eisenach zurück. Diesmal nicht mit einer Automobilproduktion, sondern mit einem Großwerkzeugbau. Die BMW Fahrzeugtechnik GmbH in Krauthausen entwickelte sich in den letzten 25 Jahren zu einem der bedeutenden Werkzeugbauspezialisten weltweit. In dem Werk werden heute auch in Kleinserie Fahrzeugteile für BMW, BMW Motorrad und Rolls-Roys hergestellt.
In der anschließenden Diskussion mit dem sachkundigen Publikum stellte sich Fred Jakobs den geschichtlichen und technischen Fachfragen. Auf einige Fragen gibt es leider bis heute keine umfassenden Antworten. So gilt es auch künftig für das BMW Archiv in München, noch einige weiße Flecken in der Vergangenheit aufzuspüren. Hier wird die Stiftung Automobile Welt Eisenach mit ihren Möglichkeiten des Eisenacher Archivs ihren Beitrag leisten.

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